Freitag, 23. Mai 2014

2014.05.23

Ist der Mensch nur sein Gehirn? Ich glaube ja, aber nur weil ich nicht an die Seele oder ähnlichen Humbug glaube. Der Fehler im Denken ist, dass man sich von Gefühlen und dem Bewusstsein/Unterbewusstsein veralbern lässt.  All dies findet im Hirn statt, bin ich der Meinung. Das Hirn, welches bis heute nicht gänzlich erforscht ist (ähnlich wie der Ozean, aber man macht Fortschritte), erstellt die Gefühle, das Bewusstsein wie das Unterbewusstsein, die Fantasiewelten, die schwarzen Löcher an Gedanken, alles davon, was wir wahrnehmen, ALLES verarbeitet unser Gehirn. Manchen mag dies Angst machen, dass wir nicht mehr sind als biologische Masse. Doch das muss es nicht. Es ist faszinierend, dass wir das Privileg haben, so ein Organ zu besitzen.

"Was genau ist das das Gehirn? Meist ist das Großhirn gemeint. Es hat sich aber gezeigt, dass auch das Kleinhirn bei vielen geistigen Prozessen - Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis, Aufmerksamkeit - beteiligt ist. Und was ist mit Hirnstamm und Rückenmark? Wo ist die Grenze? Wer nur das ‘Gehirn im Tank’ betrachtet, ignoriert, dass der Mensch über die Sinne, seinen Körper und vermittelts seiner Sprache verbunden und eingebettet ist in eine soziale und kulturelle Umwelt - er lässt sich nicht auf sein Gehirn reduzieren. Zumal die Umwelt maßgeblich beeinflusst, wie sich ein Mensch entfaltet und was ihn einschränkt, kurz: was ihn krank oder glücklich macht.
Ohne Gehirn ist alles nichts, das zeigt sich an Menschen mit schweren Hirnverletzungen. Aber das Gehirn ist nicht alles.”

Es stimmt. Ohne das Gehirn könnten wir natürlich nicht alle unsere Einflüsse um uns herum wahrnehmen und verarbeiten, und ohne diese Einflüsse hätte das Gehirn garnichts, was es verarbeiten könnte. Somit würde uns nichts prägen, verändern oder beeinflussen. Nichts davon würde dann unsere Persönlichkeit ausmach, was es ja tut.
Du schaust in deinen Kopf und findest eine Welt. Erzeugt das Gehirn deinen Geist oder steuert dein Geist dein Gehirn? Ich glaube ersteres, doch ich kann Menschen verstehen, die an das Zweite glauben. “Der Geist ist das Gehirn.” oder das Gehirn ist der Geist?



(Quelle & Inspiration: Der Spiegel 9/2014)

Dienstag, 20. Mai 2014

2014.05.20

Das Internet ist uns selbstverständlich ins Blut übergegangen, ohne, dass wir uns großartig Gedanken über etwaige Konsequenzen gemacht haben. Diese Konsequenzen sind heute allgegenwärtig. NSA, GEMA… (beides unterscheiden Welten, ich weiß, aber sie sind dennoch Teil des selben Problems.)
 
"Und genau das ist das Alte im Neuen: die Frage, wie wir leben wollen. Oder die andere Frage, […]: wie Mittelschicht, die so wichtig ist für eine Demokratie, die digitale Revolution überleben kann.
Die Mittelschicht, […], ist das erste Opfer der digitalen Revolution - die Mittelschicht ist deshalb so unter Druck, weil wir noch keine Antwort darauf gefunden haben, was es bedeutet, dass Information zur Ware geworden ist und dass diese Ware umsonst zu haben ist.”
Wenn wir so selbstverständlich uns ein Video auf Youtube anschauen oder ähnliches, dann ist das für uns in erster Linie umsonst. Wir machen uns nicht bewusst, was alles dahinter steckt und wer vor allem dafür bezahlt oder das Geld bekommt. Man denkt, dass diejeingen, die den Inhalt produziert haben, das Geld bekommen, doch da liegen wir falsch. Youtube bekommt das Geld, oder vielmehr Google. Ein Synonym für die Konzerne, die Informationen sammeln und verkaufen. Auch wir selbst sind davon betroffen. Facebook verdient mit unseren Informationen, die wir der Internetseite so bereitwillig geben, Milliarden. Wir werden gewissermaßen enteignet. Die Leute reden von der NSA, aber eigentlich ist das alles ein noch sehr viel größeres Feld. Ich will hier nicht gleich Menschenrechte schreien, aber eigentlich… haben wir unser eigenes Kind nicht mehr unter Kontrolle.






(Quelle &Inspiration: Der digital-religiöse Wahn, Der Spiegel 9/2014)

Sonntag, 18. Mai 2014

2014.05.18

"Ich glaube, dass eine Theorie viel eher fähig ist, kraft ihrer eigenen Objektivität praktisch zu wirken, als wenn sie sich von vorneherein der Praxis unterwirft." - Theodor W. Adorno

Eine Idee pflanzt ihrem Samen in unserem Kopf und löst andere Gedankenketten aus. Sie muss nicht unbedingt zu einer Handlung führen, doch auch Denken ist eine Handlung. Ich glaube, dass viele Dinge im Leben sich erst durch Handlung also Erfahrung erschließen lassen können, denn wenn wir nur Denken, wie etwas passiert, dann drehen wir uns irgendwann im Kreis. Durch die Interaktion werden neue Perspektiven eröffnet, die sich manchmal allein nur durch unsere eigenen Ansichten, garnicht erschließen lassen können. Dennoch glaube ich an die Kraft der Idee und das manchmal nur Gedanken viel ändern können.

"Die Philosophie kann von sich aus keine unmittelbaren Maßnahmen oder Änderungen empfehlen. [!] Sie ändert gerade, indem sie Theorie bleibt. Ich meine, man sollte doch einmal die Frage stellen, ob es nicht auch eine Form des Sich-Widersetzens ist, wenn ein Mensch die Dinge denkt und schreibt, wie ich sie schreibe.
Ist denn nicht Theorie auch eine genuine Gestalt der Praxis?”

In den Zeiten der heutigen Proteste, die überall auf der Welt aufflammen, mag es verpönt sein, wenn aus Gedanken keine Handlungen folgen, wenn man keine Konsequenzen zieht. "Ich glaube, dass der Aktionismus wesentlich auf Verzweiflung zurückzuführen ist, weil die Menschen fühlen, wie wenig Macht sie tatsächlich haben, die Gesellschaft zu verändern."

Geht wählen! Auch wenn es keine Partei gibt, mit der man sich absolut identifizieren kann, gibt es in jedem Fall eine, die zumindest mit einigen von euren Überzeugungen übereinstimmt. Und auch wenn es hart klingt, wählt immerhin das kleinere Übel, aber geht wählen!



(Quelle: Keine Angst vor dem Elfenbeinturm, Der Spiegel, 5. Mai 1969)